Deutsche und Österreichende auf dem Eis: In Deutschland (zumindest dort wo, ich herkam) heißt es "Schlittschuhlaufen", in Österreich (zumindest dort, wo ich das hier schreibe), spricht man von "Eislaufen". Es heißt in Wien nicht "Schlittschuhe", sondern "Eislaufschuhe". Was heißt das sprachökonomisch? In Simmering braucht man für das Sportgerät eine Silbe mehr als in der Nähe Ostfrieslands. Die Tätigkeit selbst kann freilich in Wien handlicher beschrieben werden als in Westerstede: "Eis-lau-fen" statt "Schlitt-schuh-lau-fen". Dazu vielleicht und ganz sicher zu "schiach", Skifahr'n, Frauenschachverbot und Fadisieren mehr an dieser Stelle. Fast. Das Dutzend ist jedenfalls voll.
Fred L. - 1. Jan, 17:30
Tempus fugit.
Wie es sich für einen Nicht-Lateiner gehört: abgeschrieben. Oder abgelesen. Heute. Früh. In oder an einer Kirche, die am (oder piefkinesisch: auf dem) Wiener Zentralfriedhof als Burg im Meer der Toten fungiert. Die Zeit flieht, heißt es. Das.
Fred L. - 1. Jan, 11:51
"Das nächste wird besser!"
F.A.S. von heute, Seite 25
Fred L. - 31. Dez, 12:05
War gestern im MUMOK: Erwin Wurm - größtartig. Und lustig. JedeR (ha!) sollte da hingehen. Und wer Kinder hat: mitnehmen!!!
Auch im MUMOK: Franz Gertsch. Fotorealismus, wie man (ich) ihn sonst nur von einem anderen Künstler kennt, zum Beispiel auf Covern von Scorpions-Alben. Gertsch hat auch Patti Smith gemalt. Zwei mal. Groß. Realistisch. Schrecklich.
Was daran erinnert, dass gestern zwei Leute 60. Geburtstag hatten, die wie wenige die Kultur und noch mehr das Angesicht der Postmoderne geprägt haben. Eben Patti Smith und - Berti Vogts. Was soll es mir sagen, dass diese beiden Menschen am gleichen Tag geboren wurden? Wo soll ich da mit meinem Nicht-Glauben an Astrologie hin?
Ein frohes Neues!
Fred L. - 31. Dez, 09:51
"Denken hat etwas von Wünschen. Es kann schiefgehen und zwar prinzipiellerweise. Denn was nicht schiefgehen kann, ist überhaupt nicht gedacht worden."
F.A.Z. von heute, Seite 37
Da kann man zum Jahreswechsel mal drüber nachdenken.
Fred L. - 30. Dez, 13:35
Falls jetzt an einen Dialog aus dem Louvre-Film mit Tom Hanks gedacht wird (das Gespräch über Uniformabzeichen), wird damit sehr danebengelegen. Davon ab: schönes Bild, oder?
Fred L. - 29. Dez, 14:41
"Feiertage: Kein Postamt offen"
Der Standard von heute, Seite 9
Vorgestern noch bei Freds Wahrheiten, heute schon im Standard: Das neben dem Frauenschachverbot skandalträchtigste österreichische Faktum dieses Dezembers. Das Wort "skandalös" fällt immerhin, wenn auch nur als Zitat einer Zeugin namens "Frau O." - etwa eine obszöne Anspielung? Sei's wie's sei - so geht das nicht, oder? Vielleicht (nur vielleicht) ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die Auswirkungen des als "Neoliberalismus" verharmlosten Marktextremismus oft sehr schön am Einzelfall studieren lassen.
Mahlzeit!
Fred L. - 29. Dez, 12:02
Schon die Ankündigung (zumindest in der österreichischen Ausgabe) verheißt gar Schreckliches: "Zum Tod des berühmten Funk-Musikers James Brown". BERÜHMT! Hallo?! Jemand zu Hause am Speersort? Der "Nachruf" selbst (auf Seite 4) ist so blutleer und unoriginell, wie es sich für die humorloseste Wochenzeitung westlich des Urals gehört. Und die Überschrift beweist einmal mehr, dass bei der "Zeit" alle relevanten Körperteile zusammengekniffen werden, wenn es um Sex geht. "Zucken zur Sex-Maschine" lautet die unfassliche und unwürdige Überschrift zu einem Kurztext, deren letzter Satz tatsächlich die Formulierung "Seelenbruder Nummer eins" enthält und damit auf unfreiwillig komische Weise an die Werbung des Hamburger Grindelkinos ("Nicht übersetzen!") erinnert. Dazwischen: Klischees, Germanoenglisch, Plattheit. "If feel good" sei von Brown "konstatiert" worden. Aaaaarrrrgggghhhh!!!! Lasst es bleiben, Leute.
Fred L. - 28. Dez, 20:27
Horst Haitzinger, F.J., Sigmund Freud, Dietmar Dath, Paul McCartney, James Hetfield, D. McCloskey, John Lennon.
Fred L. - 28. Dez, 18:40
Über die von der F.A.Z. verrissene ZDF-Sendung (siehe unten) lese ich im Standard (Seite 30): "!!! Der satirische Jahresrückblick 2006. Anarchistisch, rücksichtslos und gut gelaunt zeigen die Satiriker das vergangene Jahr aus völlig neuer Perspektive." Ein fast identischer Text findet sich in der F.A.Z. (!) - dort wird allerdings immerhin auf die Autoren der Sendung hingewiesen. Denn wer, lieber Standard, sind denn bitte "die Satiriker"? DIE Satiriker? Schlecht gemacht, Leute. Und, wie bei der F.A.Z. und sicher nicht unüblich, aus ZDF-Pressematerialien abgeschrieben. Oder von der Homepage dieses Senders, der, man glaubt es fast nicht, JBKerner unter Vertrag hat. DAS kann man dem Standard nicht nachsagen. Danke!
Fred L. - 28. Dez, 18:27
Einhundertundelf Tage - und (fast) niemand hat's gemerkt.
Fred L. - 28. Dez, 15:22
"Die eigentliche Arbeit aber bleibt an der Tonspur hängen: Da wird gezwitschert, gegrunzt und gegurgelt. Bremsgeräusch, wenn Poldi über den Rasen rutscht, Hörgerätpiepsen, sobald Benedikt spricht, Hupen beim manuellen Hodendopingtest (den Andreas-Klöten-Kalauer lassen die Autoren selbstverständlich nicht aus)."
F.A.Z. von heute, Seite 34
Hier wird, mal wieder, eine ZDF-Sendung in Grund und Boden vorbesprochen. Ein Sender, der JBKerner auftreten lässt, hat nichts Besseres verdient (auch wenn man Sippenhaft ablehnt, was man selbstverständlich tun sollte). Für die Österreichenden: "Klöten" sind Hoden (Eier, balls); angesichts der sprachlichen Anmutung vermute ich eine Herkunft im Nieder(=Platt)deutschen.
Fred L. - 28. Dez, 10:11
"Burghteater"
"Der Standard" von heute, Seite 25
Fred L. - 28. Dez, 10:10
Wieso? Weshalb? Warum? Ist der Postdienst oft so dumm? Deutschland ist sicher mit den unfreundlichsten Post"beamten" geschlagen (oder doch die Italiener?). Aber was das Tempo angeht, steht Österreich so schlecht da wie kein anderes europäisches Land. Ach was - in der ganzen OECD kann es gar kein Land geben, in dem Postsendungen länger brauchen als in Österreich. Auch weltweit dürften nur einige wenige failed states über eine noch katastrophalere postalische Infrastruktur als die Alpenrepublik (auch so ein Wort) verfügen. Ich weiß nicht, ob das im Zusammenhang mit Österreich immer wieder zitierte Kamerun hier in Frage kommt, aber viel langsamer als in Wien dürften die Briefe weder dort noch in Kabul oder subsaharischen Kleinstädten sein. Was soll man davon halten, dass österreichische Post"beamte" Samstags nicht arbeiten? Nun, man könnte viel davon halten, zumal als Gewerkschaftsmitglied. Aber dass Briefe so unfasslich lange dauern, Pakete vor der Zustellung schon fast in Vergessenheit geraten, Päckchen in den ewigen Postgründen zu verschwinden scheinen - schön ist das nicht. Im Gegenteil, es ist schrecklich. Und schwächt die österreichische Volkswirtschaft. Freundschaft!
Fred L. - 27. Dez, 18:54
"Der Mann [Gruner+Jahr-Manager Oliver Voigt] ist alles, wofür Deutsche in den gepflegten Vorurteilen der Österreicher nicht stehen: entgegenkommend, locker, lebensfreudig, pragmatisch, nuanciert - sympathisch."
F.A.Z. von heute, Seite 34
Na dann...
Fred L. - 27. Dez, 12:28
Gerade wollte ich für meinen skandalträchtigen Report über Frauenschach in Österreich recherchieren. Gebe bei Google (.AT natürlich) "Schach Frauen Österreich" ein. Was kriege ich? Hinweis auf das Frauenschachverbot in der Alpenrepublik? Listen der größten Schachspielerinnen Ungarns? Nein - Links zu Sites mit Themen wie "Schach dem Herztod" und "Schach dem Rückenschmerz". Da letzterer mich auch gerade plagt, lass' ich's für heute.
Freundschaft!
Fred L. - 27. Dez, 08:54
"Das Land, in dem Frauen kein Trost sind."
F.A.Z. von heute, Seite 26
Die Rede ist von Österreich. Die Ski-Frauen gewinnen wie Bolle, die Männer verlieren. Alle sind sehr traurig.
Ist das in Deutschland anders? Nein! Die Riesenerfolge der Fußballfrauen haben (fast) niemanden über die Misere der männlichen Nationalmannschaft hinweggetröstet. Und dann kam eh Klinsmann. Der Rest ist bekannt.
Kommt ein österreichischer Podolski? (Wenn ja, würde er anders heißen.)
Fred L. - 27. Dez, 08:50
Explodierende Autos sind interessanter als parkende.
Fred L. - 26. Dez, 11:47
James Brown ist tot.
Fred L. - 25. Dez, 17:07
Fratelli
Eisdielen. Da denkt man an Z. und Z., Tichy und Schwedenplatz. Ich beginne zwar ebendort, aber nicht mit dem Klassiker, sondern mit "Fratelli".
Erster Weihnachtstag, ur-viele Touris überall und auch dort. Und ur-viele Italiener. Innen auch. Blasiert, irgendwie. Überhaupt das Publikum. Not my style. Die Karte auch nicht: Es gibt ur-viele Nicht-Eis-Speisen. Und: Kein Spagetthi-Eis, kein Amarena-Becher. Da ist der Prolet schon fertig, bevor er bestellt hat. Er versucht's trotzdem. Der Kuchen kommt sofort, der Apfelsaft auch. Das Eis dauert. Und dauert. Der Kuchen schon erledigt (nein, ich war nicht allein). Was unerledigt bleibt, ist das Eis. Die Nachfrage ergibt eine Antwort, die den Deutschen sofort als Zugverspätungen denken lässt: Eine der Frauen am Tresen sei "in Ohnmacht gefallen" (sic!). Ich glaube das natürlich nicht und fühle mich wie ein Bundesbahnkunde, der wieder einmal von einem "Personenschaden" hören muss, weil ein Zug Verspätung hat. Die hat das Eis auch, aber dann kommt's. Und, man muss es zugeben: Es ist verdammt gut. Der Milchshake, der hier anders heißt, sehr gut bis gut. Der mozartcroissantähnliche Becher ebenfalls top, das Kindereis total überdimensioniert, incl. Überraschungsei. Wenn wir Schulnoten von 1 bis 6 zugrundelegen, eine 3+. Vor allem, weil wir wissen, was noch kommt. DIE Eisdiele am Schwedenplatz, die das hier, soviel darf schon verraten werden, um Längen schlägt. Wenn ich Design will, gehe ich ins MAK. Ich will EIS. Klassiker sind eben Klassiker, weil sie Klassiker sind.
Das hier wird keiner.
Fred L. - 25. Dez, 16:52
When the truth dies
very bad things happen.
Fred L. - 25. Dez, 10:40