Dienstag, 10. Januar 2012

Im Ernst: Ein bisschen Spaß muss sein.

Der Mann, der den Deutschen diese Einsicht nahe gebracht hat, lieferte einst auch ein Bonmot, das allerdings so herrlich politisch inkorrekt ist, dass ich’s mir und Ihnen für später aufhebe. Kleiner Tipp: Es geht um Farben und Solidarität.

Dass Spaß – zack, zack – sein MUSS, ist ja eigentlich das deutscheste Statement, das man sich vorstellen kann. Das hat mehr mit Krise, Weltrettung und „Nachhaltigkeit“ zu tun, als auf der Hand liegt. In diesem Sinne:

>> Es kann nicht oft genug betont werden: Eine der knappsten Ressourcen im Kampf um eine bessere Welt ist der Humor. Vielleicht kennen Sie den Witz, der aus der Frage nach dem dünnsten Buch der Welt besteht und der Antwort: 1000 Jahre deutscher Humor. Humorlosigkeit ist eine Herausforderung, wenn es um die Weltverbesserung geht, und zwar im doppelten Sinne des Wortes: Die Abwesenheit von Humor ist nicht selten eine provocation, immer aber ein challenge. Humor hat durchaus etwas mit Kunst zu tun, und zwar nicht zuletzt mit Lebenskunst. Die wiederum etwas mit Großzügigkeit zu tun hat, mit der Abwesenheit von Geiz und der Fähigkeit, es sich gut gehen zu lassen. Lassen Sie mich einige Zeilen Stefan Zweigs zitieren, in denen es darum geht, wie er – ein Wiener – eine deutsche Metropole – Berlin – erlebt hat:

„Die Frauen gingen in selbstgeschneiderten, geschmacklosen Kleidern ins Theater, überall vermißte man die leichte, geschickte und verschwenderische Hand, die in Wien wie in Paris aus einem billigen Nichts eine bezaubernde Überflüssigkeit zu schaffen verstand. In jeder Einzelheit fühlte man friderizianische, knickerige Haushälterischkeit; der Kaffee war dünn und schlecht, weil an jeder Bohne gespart wurde, das Essen lieblos, ohne Saft und Kraft. Sauberkeit und eine straffe, akkurate Ordnung regierten allerorts statt unseres musikalischen Schwungs.“

Und so weiter. Musikalischer Schwung und die Fähigkeit, aus einem „billigen Nichts“ eine „bezaubernde Überflüssigkeit“ schaffen zu können – wenn das keine weltverbesserungsrelevanten Eigenschaften sind… <<

(Auszug aus dem Kapitel „Humorlosigkeit“ des Buches „Irgendwas ist immer. Zur Politik des Aufschubs.“ Marburg 2012: Metropolis. Der Text wird in Kürze in Wien der Öffentlichkeit vorgestellt. Details folgen.)

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